Bildschirmfoto 2015-08-06 um 19.57.44

Ich fliege Drohne, bin aber kein Spion

Ich habe mit der Fliegerei angefangen: Mit Quadrocoptern, umgangssprachlich auch gerne „Drohnen“ genannt. „Drohnen“ – ein Wort, welches die Copter-Community nicht gerne hört und ließt, schließlich ist die Drohne ja ein Militärgerät. Aber mir ist das eigentlich wurscht.

Immer wieder lese ich im Internet und in Print-Zeitungen (jaaaaa, ich lese!) über Drohnen. Sie seien eine Gefahr. Man müsse sie abwehren. Man müsse den Verkauf eindämmen und kontrollieren. Denn: Man kann so viel Schaden damit anrichten: Die Nachbarin ausspionieren, Drogen schmuggeln und vieles mehr. Natürlich sind Straftaten mit diesen Geräten möglich. Aber sind sie dass nicht auch mit ferngesteuerten Helikoptern und Flugzeugen? Sind Straftaten nicht auch mit Autos möglich? Ich brauche nicht einmal ein solches Gerät um eine Straftat zu begehen.

Ronsdorfer Talsperre

Mal ganz im ernst liebe Presse: Ihr verbreitet doch nur Angst und Schrecken über diese Dinger. Sie fliegen ja nicht von selbst los und sagen „Heute schmuggeln wir mal Drogen“. Nein, dahinter steckt immer eine Person, die genug kriminelle Energie hat, das ganze nicht nur im Kopf zu planen, sondern auch durchzuziehen. Es sind nicht die Geräte selber, sondern die Menschen dahinter. Nur weil ich ein solches Dingen fliege, bin ich noch lange kein Spion oder Krimineller. Nein, ich bin einfach ein Hobby-Modellpilot.

Nicht selten schnappe ich mir meine Drohne, meinen geliebten DJI Phantom 2 mit einem Kamera-Ausgleichssystem und einer schicken GoPro 4 Silber dran und drehe Videos. Ich drehe aber nicht einfach hier die Nachbarschaft, nein, ich suche mir schöne Orte und versuche sie schön in Szene zu setzen. Mein erstes Video ist bei einem Testflug auf einer Wiese entstanden. Ich wollte das Teil ja nicht direkt irgendwo gegen fliegen.

Dann ging es los: Burgruine Hohensyburg, die Talsperre im schönen Wuppertal Ronsdorf, die Müngstener Brücke und nun auch noch die Burgruine Hardenstein in Witten. Bisher sind 4 schöne Motive, die ich ganz gut eingefangen habe – so denke ich.

Aber es ist doch so: Ich mache das, weil es mir Spaß macht. Ich drehe unglaublich gerne Videos, deswegen ja auch die GoPro, die ich bei meinen Lost Place-Touren immer auf dem Kopf geschnallt habe und oft mit mir trage um Videos zu drehen (wenn mal was ansteht). Ich schneide und bearbeite Videos unglaublich gerne, hab sogar die Creative Cloud von Adobe, womit ich Premiere Pro, After Effekts und alle anderen Programme von Adobe (Photoshop, Lightroom und und und) nutzen kann. Ich zahle also auch nicht wenig Geld für mein Vergnügen. Dazu kommen Kosten für Fahrten, Verpflegung, Hardware und und und. Ich zahls aber gerne, weils mir Spaß macht. So ist das im Leben. Der eine motzt sein Auto auf, der andere kauft sich Fußball-Tickets für nicht wenig Geld und der andere macht halt sowas.

Und dennoch ließt man immer häufiger, wie gefährlich die Kopter denn sind. Das lustige ist dennoch, dass ich das Gefühl habe, dass die Menschheit nicht verblödet ist. Immer wenn ich meinen Phantom steigen lasse, werde ich angesprochen. Aber Vorurteile haben die Menschen keine. Sie interessieren sich dafür, was ich filme und wie die Technik funktioniert. Wie sicher das Ding ist, wie hoch die Reichweite ist. Aber bisher wurde mir noch nie „Spion“, „Krimineller“ oder anderes an den Kopf geworfen. Zwei ältere Frauen sagten an der Talsperre sogar zu mir, dass sie es gut finden was ich mache. Mal die Dinge aus einer anderen Perspektive sehen und meinten „Wir glauben sowieso nicht, dass es so viele Idioten gibt, die damit kriminelle Dinge machen“. Aber die einzelnen Leute werden halt in der Presse gerne genommen um ein ganzen Bereich und vielleicht auch eine ganze Community schlecht zu machen.

Aber naja, was solls. Demnächst ist auch noch unsere Nationalelf ein Haufen Krimineller mit einer Waffe, weil man ja mit dem Ball Menschen abschießen und schwer verletzen könnte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *